Verwandtschaft

Nach § 1601 BGB sind Verwandte in gerader Linie einander zum Unterhalt verpflichtet. Der Kindesunterhalt knüpft an die geradlinige Verwandschaft an, also daran, dass das Kind von dem in Anspruch genommenen Elternteil abstammt (§ 1589 BGB). Die Unterhaltspflicht tritt erst ein, wenn der abstammungsrechtliche Status des Kindes zu dem in Anspruch genommenen Elternteil geklärt ist. In Bezug auf die Mutter eines Kindes ist dies unproblematisch, da das Gesetz in § 1591 BGB definiert, dass Mutter des Kindes die Frau ist, die das Kind geboren hat. Als Vater des Kindes kann nur in Anspruch genommen werden, wer auch im Rechtssinne als Vater des Unterhalt begehrenden Kindes gilt (§ 1592 BGB). Maßgebend ist, ob der Mann zur Zeit der Geburt des Kindes mit der Mutter des Kindes verheiratet war, oder er die Vaterschaft anerkannt hat, oder er gerichtlich als Vater festgestellt wurde. Die Vaterschaftszuordnung besteht, solange nicht durch ein Familiengericht in einem Vaterschaftsanfechtungsverfahren rechtskräftig die Nichtvaterschaft festgestellt wurde.
Durch eine Adoption erlangt das angenommene Kind die rechtliche Stellung eines Kindes des Annehmenden (§ 1754 BGB) und hat damit die gleichen Ansprüche wie ein Kind, dessen Verwandtschaft auf Abstammung beruht. Bei einer Minderjährigenadoption erlöschen umgekehrt die Verwandtschaftsverhältnisse zur Urprungsfamilie und die damit auch die insoweit durch Verwandtschaft vermittelten Unterhaltsansprüche (§ 1755 Abs. 1 BGB).


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